Einleitung & Inhaltsverzeichnis

Im Kapitel Was mit Medien geht es zunächst um die Frage, was Medien eigentlich sind!

Alles Medium oder was? begibt sich dafür per ›Navi‹ auf die Spuren Fritz Heiders – in eine Theoriewelt fernab von Massenmedien oder Medientechnik, dafür aber mit System und aisthetischem Leerstoff.
In Mein Medium und ich erfahren wir, Marshall-Prothesengott-McLuhan sei Dank, weshalb wir wie von Sinnen sind, wenn wir unser Handy verlegen, warum neue Medien uns schockieren und vor allem, was genau dies mit Temperaturschwankungen zu tun hat.
Talcott Parsons und Niklas Luhmann buhlen anschließend in Geld oder Liebe nicht nur um medientheoretische Anerkennung. Sie erklären außerdem, wie Medien die Gesellschaft(ssysteme) organisieren, warum man mit Geld nicht alles kaufen kann und wieso wir ohne den Austausch von Liebesbeweisen nicht l(i)eben können.
Von allen guten Geistern verlassen ist indes nicht etwa Friedrich Kittler, sondern sein technizistischer Medienmaterialismus. Ein lohnendes Gedankenspiel für alle, die schon immer wissen wollten, was Videokonsolen und andere Unterhaltungsmedien mit Krieg verbindet.
Und weshalb man überhaupt begonnen hat, Medien zu denken, untersucht schließlich ein A(priori) propos ganz im Zeichen Michel Foucaults.

Was, wie, unter welchen Bedingungen und vor allem mit welchen Konsequenzen wir mittels Medien kommunizieren untersucht das Kapitel Was mit Medien und Kommunikation – und kommt dabei zu höchst ungewohnten Einsichten:

Ich sehe was, was du nicht siehst betrachtet uns beim Betrachten der Welt, erlebt ungläubig die Effektivität (sozial)systemischer Kommunikation und wundert sich, wie bravourös wir als naive Realisten den Alltag unserer harten Medienwirklichkeit meistern. Das Wort haben: Heinz von Foerster, Ernst von Glasersfeld, Paul Watzlawick und Siegfried J. Schmidt
Vorhang auf heißt es sodann für Erving Goffman, John L. Austin und Judith Butler und ihren scharfen Blick auf den sozialen Interaktions-Trash hinter den Kulissen des Reality-Fernsehens.
Inwiefern längst nicht nur Menschen kommunizieren, sondern auch Dinge zu uns sprechen, zeigt dann der Mythos Latte Macchiato: ein semiotisches Muss im Stile Roland Barthes über die gar nicht so banalen Objekte unseres Alltags.
- Woraufhin Max Bense, Claude E. Shannon, Warren Weaver und Michel Serres Informatives von Störung und Störenfrieden und berauschter Kommunikation vermitteln.

Das Kapitel Was mit Medien und Technik erklärt im Anschluss, inwiefern der Begriff der Medientechnik mehr umfasst denn Kabel und Gerätschaften und welche technischen Probleme die Medientheorie tatsächlich in Atem halten:

Régis Debray inspiriert Du bist Wissensgesellschaft zu einem mediologischen Blick auf die allseits beliebte Wikipedia und andere ziemlich oberflächliche Kulturtechniken.
Unter den wachsamen Augen von Platon und Sigmund Freud wird aus den Fragmenten einer Geschichte des Löschens danach rekonstruiert, wie Tintenkiller und Tipp-Ex der Schrift das Fürchten lehrten und weshalb es zuweilen nötig ist, manche Dinge zu vergessen, um das Gedächtnis am Laufen zu halten.
Das Ende der Aura begrüßt seinerseits Walter Benjamin, der sich angesichts neuer technischer Medien auf ein revolutioniertes Kunstsystem freut – in das ein Andy Warhol so gar nicht passen will.

Alsdann widmet sich das Kapitel Was mit Medien und Gesellschaft dem wechselseitigen Einfluss der Medien auf eine sie nutzende Gesellschaft und deren Bedürfnisse wiederum auf ihre Medien – und trifft dabei auf verhärtete Fronten:

Ein Ausflug In die Disco mit Theodor W. Adorno gerät zum Pamphlet gegen die von der Kulturindustrie betriebene Massenverblendung.
Michel de Certeau und die Cultural Studies verfechten in This is War derweil eisern das Bild eines rebellischen Medienkonsumenten.

Was mit Medien und ab die Post ermittelt schließlich, wie aufrührerische Philosophen die Mediengesellschaft in Angst und Schrecken versetzen. Aber Keine Angst vor der Postmoderne – die Fahndung nach Jean-François Lyotard, Jean Baudrillard, Paul Virilio und Vilém Flusser läuft.
Inhalt

Inhaltsverzeichnis

1.1 Alles Medium oder was
1.2 Mein Medium und ich (Volltext)
1.3 Geld oder Liebe
1.4 Von allen guten Geistern verlassen
1.5 A(priori) propos

2.1 Ich sehe was, was du nicht siehst
2.2 Vorhang auf
2.3 Der Mythos Latte macchiato
2.4 Von Störung und Störenfrieden

3.1 Du bist Wissensgesellschaft
3.2 Fragmente einer Geschichte des Löschens
3.3 Das Ende der Aura

4.1 In die Disco mit Adorno
4.2 This is war

5.1 keine Angst vor der Postmoderne

Nadine Sanchez & Nele Heinevetter