Alleine Fußball schauen ist trist.
Ein Spiel in großer Gruppe zu verfolgen, sich von der Euphorie der anderen mittragen lassen, Fans der gegnerischen Mannschaft (theoretisch) direkt ins Gesicht schreien zu können und sich bei Torfall (praktisch) in den Armen zu liegen – das ist Fußball, wie er sein soll! Ein Gemeinschaftserlebnis unter Freunden, in Angesicht von Feinden. Neumodischer Titel des kollektiven, Plasma-gesteuerten Rausches: “Public Viewing”.

(Und so hört sich’s an: human-voice-crowd-battle-cry-charge-scream-01)
Ubiquitärer Auftakt diser Massenversammlungen war die WM 2006. Allerorts wurden überdimensionale Bildschirme aufgestellt, um die Spiele gemeinsam in sportlich-miteifernder Manier verfolgen zu können. Spätestens zu dem Zeitpunkt war klar, dass die Idee von der Vereinsamung der Menschen vor ihren Bildschirmen durch den Gang in die (digitale) Mediengesellschaft nicht mehr zu halten ist.
Public Viewing – die neue Form der griechischen Agora?
