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		<title>Weltsicht 2.0</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 06:02:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nele</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Phänomen]]></category>
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		<category><![CDATA[Perspektive]]></category>

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		<description><![CDATA[Von der Ansicht zur Aufsicht &#8211; Ein Perspektivenwechsel

Die zunehmende Anzahl (wenig informativer) Pressebilder aus der Vogelperspektive, bestärkt Jennifer Allen in der These, dass sich in Zeiten der Google-Kartographie und GPS-Verortung unsere Sicht der Dinge von einer statischen Zentralperspektive zu einer dynamischen Vogelperspektive wandelt. Mehr zur Aufsicht als symbolischer Form des 21. Jahrhunderts in ihrem Artikel That Eye, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Von der Ansicht zur Aufsicht &#8211; Ein Perspektivenwechsel</strong></p>
<p><a href="http://mediendenken.de/wp-content/uploads/2010/06/allen132.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-2419" title="17344139" src="http://mediendenken.de/wp-content/uploads/2010/06/allen132.jpg" alt="" width="450" height="290" /></a></p>
<p>Die zunehmende Anzahl (wenig informativer) Pressebilder aus der Vogelperspektive, bestärkt Jennifer Allen in der These, dass sich in Zeiten der Google-Kartographie und GPS-Verortung unsere Sicht der Dinge von einer statischen Zentralperspektive zu einer dynamischen Vogelperspektive wandelt. Mehr zur Aufsicht als symbolischer Form des 21. Jahrhunderts in ihrem Artikel <a title="That Eye, The Sky " href="http://www.frieze.com/issue/article/that_eye_the_sky/" target="_self">That Eye, The Sky</a>.</p>
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		<title>McLuhan 2010</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 10:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nadine</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Phänomen]]></category>
		<category><![CDATA[Der Artikel]]></category>
		<category><![CDATA[Die Person]]></category>
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		<category><![CDATA[Prothesen]]></category>

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		<description><![CDATA[Weiter geht's.
Klick.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weiter geht&#8217;s.<br />
<a href="Weiter geht's:  &lt;a href=&quot;http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,669567,00.html&quot;&gt;">Klick.</a></p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,669567,00.html"></a></p>
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		<title>Claude Shannon Ausstellung &#8211; Codes und Clowns in Paderborn</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 17:10:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Uli</dc:creator>
				<category><![CDATA[Der Termin]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Claude Shannon]]></category>

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		<description><![CDATA[Für alle die den Urtyp des smarten Nerds besser kennenlernen möchten sei diese Ausstellung sehr empfohlen:
Codes und Clowns
Claude Shannon – Jongleur der Wissenschaft
Sonderausstellung vom 6. November 2009 bis zum 28. Februar 2010
www.hnf.de/Shannon/
Heinz Nixdorf Museums Forum, Fürstenallee 7, D-33102 Paderborn
Warum es sich lohnt für soetwas irgendwohin zu fahren ist theoretisch fraglich aber praktisch werden die Orginale [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für alle die den Urtyp des smarten Nerds besser kennenlernen möchten sei diese Ausstellung sehr empfohlen:</p>
<p><em>Codes und Clowns<br />
Claude Shannon – Jongleur der Wissenschaft<br />
Sonderausstellung vom 6. November 2009 bis zum 28. Februar 2010<br />
<a href="http://www.hnf.de/Shannon/">www.hnf.de/Shannon/</a><br />
Heinz Nixdorf Museums Forum, Fürstenallee 7, D-33102 Paderborn</em></p>
<p>Warum es sich lohnt für soetwas irgendwohin zu fahren ist theoretisch fraglich aber praktisch werden die Orginale seiner Maschinen ausgestellt, so auch das Orginal der Ultimate Machine (inklusive Aura etc.):</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/RMGJB410Ccs&#038;hl=en&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/RMGJB410Ccs&#038;hl=en&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>via <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,658498,00.html">spiegel</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Selbstreferentielle Comedy – „Castle“ von ABC</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Jun 2009 13:51:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alles]]></category>

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		<description><![CDATA[In der neuen Serie „Castle“ von ABC (IMDB Link hier) verbinden sich mehrere Formate, die man normalerweise nicht miteinander in Verbindung bringen würde: Crime, Comedy und Sitcom. Ein erfolgreicher, populärkultureller Autor (Richard Castle, gespielt von Nathan Fillion) und eine Polizistin beim Morddezernat des NYPD (Kate Beckett, gespielt von Stana Katic), bilden das unwahrscheinliche Duo, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der neuen Serie „Castle“ von ABC (IMDB Link <a href="http://www.imdb.com/title/tt1219024/">hier</a>) verbinden sich mehrere Formate, die man normalerweise nicht miteinander in Verbindung bringen würde: Crime, Comedy und Sitcom. Ein erfolgreicher, populärkultureller Autor (Richard Castle, gespielt von <a href="http://www.imdb.com/name/nm0277213/">Nathan Fillion</a>) und eine Polizistin beim Morddezernat des NYPD (Kate Beckett, gespielt von <a href="http://www.imdb.com/name/nm1065664/">Stana Katic</a>), bilden das unwahrscheinliche Duo, das mit vereinten Kräften genauso unwahrscheinliche Mordfälle aufklärt.<br />
So weit, so durchschnittlich. Doch was das Flair der Serie ausmacht ist nicht nur das extrem schnelle und auf Wortwitz getrimmte Scripting, sondern die mit viel Druck und schneller Musik vorangetriebene Montage. Schnelle Schnitte, schnelle Musik und mindestens drei Plot-Twists pro Folge, geben der Serie das Gefühl eines makabren Karnevals, der leicht außer Kontrolle geraten ist. Nicht nur die Morde, die dafür verantwortlich sein werden, dass „Castle“ diesen Herbst im späten 22h Slot (Eastern Time) zurückkehrt, sondern auch die zunehmend liebevollen Zankereien der beiden Protagonisten sorgen dafür, dass die Serie als guter Vertreter der seichteren Unterhaltungssparte einen erneuten Platz in der Senderplanung erhalten hat.<span id="more-2190"></span><br />
Einer der interessanteren Aspekte ist aber vor allem eine basale Selbstreferentialität, die sich wie ein roter Faden durch die Serie zieht: die Spannung zwischen Plot und Story. Denn während Detective Beckett primär daran interessiert ist, indexikalische Ketten von Be- und Verweisen aufzudecken und somit detektivisch die Morde zu lösen, ist der Autor Castle nur am Sensationswert und der Story interessiert, die ihm neues Material für seine Schundromane zur Verfügung stellen. Die ständige Verhandlung von Plot als Story und Story als Plot erzeugt eine merkwürdige Doppelung innerhalb der Serie. Regelmäßig erdichtet sich Castle plausible Lösungsszenarien für die Mordfälle, die dann innerhalb der Handlung verfolgt und geprüft werden. Bereits die Pilotfolge, in der mehrere Morde nach Vorlagen aus seinen Büchern begangen werden, thematisiert dieses Verhältnis von Erzählungen in Erzählungen, die sich ineinander verweben und verschachteln. Das Vergnügen, das die Serie bereitet, lässt sich zu einem großen Teil in genau dieser wechselseitigen Stabilisierung von plausiblen Szenarien finden, die sich als Plot und Story gleichzeitig entwickeln. „But it would make a much better story!“ ist einer der Sätze, die sich als paradigmatisch für Castles ungewöhnliche und unorthodoxe Herangehensweise an die Mordfälle lesen lässt, während Detective Beckett sich auf den Weg macht, um weitere Verdächtige zu verhören. Plot, Story, Montage und Musik arbeiten hier in einer Weise zusammen, die im Sinne Lorenz Engells als „TV-Pop“ zu bezeichnen wäre (der gleichnamige Essay von <a href="http://www.ikkm-weimar.de/personen/mitarbeiterverzeichnis/prm/159/v__d_v/id__40/index.html">Lorenz Engell</a> findet sich in diesem <a href="http://www.amazon.de/Was-ist-Pop-Zehn-Versuche/dp/3596163927/ref=sr_1_8?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1244555198&amp;sr=1-8">Buch</a>) und sich ausschließlich als Oberflächenphänomen präsentiert. Gerade dieses Spiel mit verschiedenen und letztendlich oberflächlichen Interpretationen der Handlung, die parallel zu ihr vorangetrieben werden, erzeugt den Effekt einer immer schon zitathaft anmutenden Serie. Schnelles, unterhaltsames und visuell aufgeladenes Fernsehen, das seine eigenen kulturindustriellen Wurzeln an der Oberfläche zur Schau trägt und genau in dieser Feier seiner eigenen Visualität das erreicht, was andere Serien nicht schaffen, da sie versuchen, sich zu ernst zu nehmen. Castle ist ein schönes Beispiel dafür, dass Serien nicht immer die dramatische Tiefe brauchen, die große Serien groß macht („<a href="http://www.imdb.com/title/tt0141842/">The Sopranos</a>“, „<a href="http://www.imdb.com/title/tt0248654/">Six Feet Under</a>“, „<a href="http://www.imdb.com/title/tt0306414/">The Wire</a>“ und „<a href="http://www.imdb.com/title/tt0844441/">True Blood</a>“ wären Beispiele für letzteres), sondern auch dadurch interessant werden, dass sie genau diese Tiefe in der Oberfläche verneinen und im Modus des Wortspiels, der Kinderei oder der Karikatur hervorragend funktionieren können.</p>
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		<title>Der Aufstand der Dinge</title>
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		<pubDate>Mon, 11 May 2009 14:12:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sven</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alles]]></category>
		<category><![CDATA[Cavell]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
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		<description><![CDATA[Es war die heiße Phase eines Fußballspiels in der 83. Minute. Uefa-Cup Halbfinale Rückspiel zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen. Der Hamburger Abwehrspieler Michael Gravgaard will den Ball zu seinem Torhüter zurückspielen – und verstolpert… Oder doch nicht? Der Kommentator begleitet wie immer die Bilder mit seinem laufenden Kommentar: „Und Gravgaard guckt entsetzt auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war die heiße Phase eines Fußballspiels in der 83. Minute. Uefa-Cup Halbfinale Rückspiel zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen. Der Hamburger Abwehrspieler Michael Gravgaard will den Ball zu seinem Torhüter zurückspielen – und verstolpert… Oder doch nicht? Der Kommentator begleitet wie immer die Bilder mit seinem laufenden Kommentar: „Und Gravgaard guckt entsetzt auf den sogenannten Rasen. Ja da lag noch irgend was… Irgend was Weißes war da im Weg“. Die Kamera schwenkt auf den kleinen weißen Gegenstand, den Gravgaard bereits mit einem Tritt vom Feld befördert hat. Es ist nicht genau zu erkennen, was da liegt. „Da ist es, das corpus delicti! Sieht aus wie Papier“, lässt der Kommentator erneut verlauten und läutet damit die steile Medienkarriere eines Gegenstandes ein, dem man eine solche nicht zugetraut hätte (den Clip auf YouTube findet Ihr <a href="http://www.youtube.com/watch?v=q7jdLzDrddU&amp;feature=related">hier</a> ). Ehe der nächste Tag zu Ende geht, ist dieser kleine Gegenstand zu großem Ruhm gelangt: schicksalhafter Entscheider, Hassobjekt, Kleinod, Medienkuriosität, Museumsstück und Objekt zahlreicher Fälschungen. Wie kann ein solch unscheinbares Objekt eine derartige Kaskade von Reaktionen auslösen?<span id="more-2182"></span>Die Antwort auf diese Frage lässt sich mit einer Betrachtung des Feldes der Erwartungen beginnen, in dem der kleine Gegenstand auftaucht. Er taucht nämlich im Fernsehen auf. Und nicht nur das, sondern im „live“ Fernsehen einer Fußballübertragung. Dies ist an sich sehr unwahrscheinlich und genau hierin finden wir einen Ansatzpunkt, der uns etwas weiter bringt. Wenn man nämlich das Fernsehen unter dem Aspekt des „Monitoring“ begreift, wie er von Stanley Cavell entwickelt wurde, dann kann man eine Verbindung zwischen Wirklichkeit im Fernsehen und Wahrscheinlichkeit herstellen. Denn dadurch, dass in einer vorherigen Überlegung mehrere Kameras aufgestellt werden, um die televisuellen Ereignisse einzufangen, strukturiert sich die Erwartung von Ereignissen innerhalb dieses Sichtbarkeitsnetzes nach Überlegungen zur Wahrscheinlichkeit. „Wir haben hier einen weiteren Hinweis dafür gefunden, welch besonderes Verhältnis zur Welt sich im Fernsehen ausprägt: in ihm betrachten wir die Wirklichkeit unter dem Gesichtspunkt der Wahrscheinlichkeit“, um es mit den Worten von Jürgen Trinks auszudrücken (zu finden in seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/Faszination-Fernsehen-Bedeutung-Weltbezugs-Gegenwart/dp/3631345291/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1242051868&amp;sr=1-1">Faszination Fernsehen</a> auf Seite 22). Gerade die Unwahrscheinlichkeit eines solchen unscheinbaren Gegenstandes ist es nun, der ihm zu derartigem Ruhm verholfen hat. Wenn man Kameras aufstellt, die ein bestimmtes Feld mit Sichtbarkeit überziehen, dann weiß man bereits vorher, was man im Normalfall dort zu sehen bekommt. In unserem Fall eines Fußballspiels sind dies der Fußballplatz, 22 Spieler, ein Ball, zwei Tore und zwei Linien- und ein Schiedsrichter – um einmal die wichtigsten Elemente zu nennen. Dennoch ist das nicht allein das, was durch die Kameras eingefangen werden soll. Es geht zwar um darum, diese Konstellation aus Personen und Dingen im Raum ihrer wahrscheinlichen Aktionen sichtbar zu machen, aber das ist ja nur der Hintergrund vor dem sich etwas abzeichnen muss. Die Spieler, das Feld, der Ball und der Schiedsrichter – all diese Elemente sind ständig auf den verschiedenen Monitoren eingefangen und bilden einen Strom von Bildern. Doch das Ereignis ist es, das in seinem unkontrollierten und plötzlichen Auftreten eingefangen werden soll. Beim Fußball sind dies im Normalfall Tore oder Fouls, d.h. auch hier nach Überlegungen der Wahrscheinlichkeit (und somit auch der Statistik) gegliederte Ereignis-Erwartungen. Das ist eben aber auch nicht alles. Denn immer kann auch ein Ereignis eintreten, das nicht erwartet worden war und gerade dann ist es ein wirkliches Ereignis im Sinne einer Singularität. Keine Wahrscheinlichkeitsüberlegung kann diese Ereignisse im Vorhinein in eine Erwartungshaltung überführen. Und gerade diese Unerwartbarkeit ist es, die dazu führt, dass sich das Fernsehen dann im Nachhinein auf solche Ereignisse stürzt. Sofort kommt die Wiederholung des Ereignisses in Zeitlupe: „Hier: Achtung! Ja! Ein Papierbällchen“ kommentiert der Kommentator nahtlos weiter und mit dem daraus resultierenden Eckball fällt das Tor, das Werder Bremen den Sieg beschert. Direkt nachdem das Papierbällchen den Ball zur entscheidenden Ecke abgelenkt hat, wird es sichergestellt – so informiert der Kommentator die Zuschauer – und nach dem Spiel wird es präsentiert, besprochen, in die Kamera gehalten. Auf YouTube häufen sich die Clips, die Papierkugel geht unrühmlich in die 122-jährige Vereinsgeschichte des HSV ein, wird als „Papierkugel Gottes“ bezeichnet, auf E-Bay gleich mehrfach angeboten und schließlich vom Sat1 Moderator dem Sportdirektor von Werder Bremen überreicht. &#8220;Das nehme ich mit. Die Kugel kommt ins Werder-Museum. Da wird sie einen besonderen Platz erhalten&#8221;, sagt dieser und somit schafft die Kugel es wohl  nun auch zum Museumsstück (Meldung und Zitat nach <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,623650,00.html">Spiegel online</a> ). Die unwahrscheinlichen Ereignisse und Dinge sind es also, die in einer solchen Monitoring Konstellation als wertvoll gelten. Sie einzufangen ist Erfolg des Fernsehens und doch etwas, das es selbst nicht herstellen kann. Gerade deshalb muss es ein solches Ereignis sofort wiederholen und eingliedern und mit Kommentar belegen – Und gerade deshalb legt eine Papierkugel auch nur im Fernsehen eine derart steile Karriere hin, die es dann in der Presse und im Museum fortsetzt.</p>
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		<title>Kochen mit Foucault</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jan 2009 22:08:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Zwiener</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Apriori]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie des Wissens]]></category>
		<category><![CDATA[Diskursanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Foucault]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele kennen den französischen Philosoph Michel Foucault für Werke wie Archäologie des Wissens, Die Ordnung der Dinge oder Wahnsinn und Gesellschaft. Aber nur wenige wissen von Foucaults Leidenschaft für das Kochen. Tatsächlich servierte er in seiner wöchentlich ausgestrahlten Show Kochen mit Foucault jedoch philosophische, psychologische sowie soziologische Raffinessen, gewürzt mit neuartigen Denkansätzen.Besonders kompliziert ist das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele kennen den französischen Philosoph Michel Foucault für Werke wie <em>Archäologie des Wissens</em>, <em>Die Ordnung der Dinge</em> oder <em>Wahnsinn und Gesellschaft</em>. Aber nur wenige wissen von Foucaults Leidenschaft für das Kochen. Tatsächlich servierte er in seiner wöchentlich ausgestrahlten Show <em>Kochen mit Foucault</em> jedoch philosophische, psychologische sowie soziologische Raffinessen, gewürzt mit neuartigen Denkansätzen.<span id="more-1268"></span>Besonders kompliziert ist das Rezept für Wissenschaften, da Wissen einer besonders aufwendigen Zubereitung bedarf. Der Grund dafür ist vor allem, dass man es bei der diskursiven Praxis mit schwer fassbaren Zutaten wie zum Beispiel dem ›historischen Apriori‹ zu tun hat. Und das kann man nicht ohne Weiteres mit anderen Ingredienzien in einem Topf vermischen. Vielmehr muss man sich erst einmal vor Augen halten, was es damit überhaupt auf sich hat – nämlich ein Bündel von Bedingungen, das vor jedem Kochprozess steht und die Produktauswahl beeinflusst.<br />
Foucault kreierte mit seiner Diskursanalyse eine bis heute bedeutende Herangehensweise, denn es steht nicht mehr im Mittelpunkt, was in den Topf kommt, sondern unter welchen Bedingungen es dazu gekommen ist. Man nehme also mehrere unterschiedliche Aussagen, sortiere diese nach bestimmten Kriterien (z.B. Aussageabsicht, Thema, Wortwahl…) zu diskursiven Formationen und verdichte diese wiederum zu einem Diskurs mit typischem Geschmack. Diese sogenannte ›Positivität‹ eines Diskurses wird vom ›historischen Apriori‹ vorgegeben, das allen Aussagen vorausgeht. Anschließend füge man dem Diskurs noch weitere Diskurse hinzu, sodass man ein sämiges Archiv erhält. Damit meint Foucault das übergeordnete System, welches Aussagen als Ereignisse definiert, die unter bestimmten Umständen überhaupt erst entstehen können. Am Ende der diskursiven Praxis erhält man schmackhaftes Wissen. Garniert und fein angerichtet ergibt sich daraus die Wissenschaft. Zum Nachkochen empfiehlt sich übrigens der Mitschnitt aus »Kochen mit Foucault«.</p>
<p>Guten Appetit!</p>
<div><a href="http://de.youtube.com/watch?v=M2vfyAE-Ko8"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-1374" title="Kochen mit Foucault auf YouTube" src="http://assets.mediendenken.de/uploads/2008/11/screenshot2-170x150.jpg" alt="" width="170" height="150" /></a></div>
<div><span style="font-size: small; font-family: Andale Sans;"><span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Andale Sans&quot;; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-ansi-language: DE; mso-bidi-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE; mso-bidi-language: AR-SA;"> </span></span></div>
<div><a href="http://de.youtube.com/watch?v=M2vfyAE-Ko8"></a></div>
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		<item>
		<title>Eine Story – viele Versionen</title>
		<link>http://mediendenken.de/2009/01/%c2%bbich-sehe-was-was-du-nicht-siehst%c2%ab/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Jan 2009 01:55:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tommy Neuwirth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Foerster]]></category>
		<category><![CDATA[Glasersfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktivismus]]></category>

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		<description><![CDATA[ICH SEHE
Laut dem Physiker und Philosoph Heinz von Foerster ist unsere ›Wirklichkeit‹ eine Konstruktion und jedes Individuum erfindet quasi seine Umwelt. Beim menschlichen Organismus handelt es sich nämlich um ein nahezu geschlossenes System, dessen Oberfläche verhältnismäßig unempfindlich gegenüber Umweltreizen ist, und das um so sensibler auf körpereigene Veränderungen reagiert. Dadurch erhält das System seine Stabilität.
Tatsächlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-family: Arial;">ICH SEHE</span></strong></p>
<p>Laut dem Physiker und Philosoph Heinz von Foerster ist unsere ›Wirklichkeit‹ eine Konstruktion und jedes Individuum erfindet quasi seine Umwelt. Beim menschlichen Organismus handelt es sich nämlich um ein nahezu geschlossenes System, dessen Oberfläche verhältnismäßig unempfindlich gegenüber Umweltreizen ist, und das um so sensibler auf körpereigene Veränderungen reagiert. Dadurch erhält das System seine Stabilität.<br />
Tatsächlich wissen wir also nicht mit Gewissheit, was uns da eigentlich umgibt. Nur merken wir das erst, wenn wir mit einer anderen Sicht der Dinge konfrontiert werden, uns mit Konstruktivisten unterhalten – oder mit Drogen beschäftigten.</p>
<p><span id="more-1533"></span></p>
<p>Und was sehe ich?</p>
<p>Der Chemiker und Autor Albert Hoffmann setzt sich in seinem Buch LSD – Mein Sorgenkind mit dem Problem der subjektiven Wirklichkeitskonstruktion auseinander. Ihm zufolge gibt es keine Wirklichkeit ohne ein erlebendes Subjekt und ohne ein zu erlebendes Äußeres. Die Frage WAS man wirklich sieht, muss demnach lauten, WIE man eine wirklich sieht.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/O5FkGMSAnSY&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/O5FkGMSAnSY&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>(MH)</p>
<p><strong>WIR SEHEN</strong></p>
<p>»Ich sehe was, was du nicht siehst« &#8211; verstehen wir diesen Satz nicht als Aufforderung zu Spiel, sondern als Erkenntnis der eigenen subjektiven Wahrnehmung, befinden wir uns mittendrin im konstruktivistischen Geschehen: Der Philosoph und Kommunikationswissenschaftler Ernst von Glasersfeld ist Mitbegründer des Radikalen Konstruktivismus. Dieser verabschiedet sich zwar vom erkenntnistheoretischen Wunsch eine vom Menschen unabhängige Wirklichkeit erkennen zu können. Dennoch hält er Objektivität für möglich – Interaktion und Reflexion sei Dank. Wir können schließlich unsere Eindrücke abgleichen, den jeweils subjektiven Fokus auf etwas gemeinsam Erlebtes hinterfragen. Und auch die Wiederholbarkeit von Eindrücken macht sie für uns ›wirklicher‹.</p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/8K5X0FTlHDM&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/8K5X0FTlHDM&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p>Und was siehst Du?</p>
<p>Gemeinsam kategorisieren wir die Welt, machen uns Begriffe von dem was um uns herum und in uns geschieht. Wir bestätigen sie oder ordnen sie neu. Man spricht schließlich von ›Viabilität‹, wenn die Wahrnehmungsmodelle sich bewähren.<br />
Objektivität ist somit immer das Ergebnis von Anpassen und Abgleichen und lässt sich nach von Glasersfeld besser mit dem Wort ›Intersubjektivität‹ beschreiben &#8211; das Zusammenspiel unterschiedlicher subjektiver Wahrnehmungsmodelle und deren Übereinkunft.</p>
<p>(TN)</p>
<p><strong>WIR VERSTEHEN</strong></p>
<p>Der Konstruktivismus besagt, dass wir nicht in der Lage sind unsere Wirklichkeit auf andere zu übertragen. Wir können uns zwar mit Hilfe von festgelegten Konventionen wie der Sprache ausdrücken. Nie aber die vollkommene, in ganzem Umfang für uns vorzufindende Wirklichkeit kommunizieren. Denn bevor wir etwas kommunizieren, beobachten, reflektieren, bewerten und interpretieren wir es. Und das gilt auch für alle anderen Massenmedien,  die von individuell beobachtenden, reflektierenden und agierenden Individuen geschaffen wurden.</p>
<p>Verstehst Du was ich sehe?</p>
<p>Nun ist es ja so, dass durchaus nach gesellschaftlichen bzw. kulturellen Konventionen gehandelt wird bzw. Sanktionen vermieden werden. Anders wäre kein Zusammenleben möglich, wie Peter Bichsels »Ein Tisch ist ein Tisch« eindrücklich illustriert: Ein Mann beginnt aus Langeweile und Tristesse die seine Umwelt bezeichnendeb Wörter zu vertauschen. Er benennt alles um. Für ihn ist es ein neues Gefühl von Freiheit. Doch wie sieht es mit seinem sozialen Umfeld aus? Er ist nicht mehr in der Lage mit Hilfe der Sprache zu kommunizieren!</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;">Aber hör selbst:<a title="Collage von Wirklichkeit" href="http://de.youtube.com/watch?v=zc5IShl1o0I&amp;fmt=18" target="_blank"><span style="font-family: Arial;"> Ich höre was, was du nicht hörst.</span></a></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="color: #000000;">(TH)</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>In der Nacht sind alle Kühe schwarz</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 20:45:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janina Bahlmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Medientheoretiker Friedrich Kittler (*1943) beschäftigt sich vornehmlich mit Medientechnik und der Manipulation von Information. Denn laut Kittler ist alles, was Informationen verarbeitet, speichert und überträgt, ein Medium.
In seinem Aufsatz »Die Nacht der Substanz« beschreibt Kittler vier Nächte der europäischen Geschichte und vier Etappen der Datenverarbeitung. Es handelt sich dabei um Nächte von solcher Finsternis, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Medientheoretiker Friedrich Kittler (*1943) beschäftigt sich vornehmlich mit Medientechnik und der Manipulation von Information. Denn laut Kittler ist alles, was Informationen verarbeitet, speichert und überträgt, ein Medium.</p>
<p>In seinem Aufsatz »Die Nacht der Substanz« beschreibt Kittler vier Nächte der europäischen Geschichte und vier Etappen der Datenverarbeitung. Es handelt sich dabei um Nächte von solcher Finsternis, dass  »alle Kühe schwarz sind« und nur mehr Medientechnik Informationen ans Licht zu bringen vermag.</p>
<p><span id="more-1089"></span></p>
<div class="bookzitat">Hegel: <em>Phänomenologie des Geistes</em>, Hamburg 1952, S. 19. nach Kittler: »Die Nacht der Substanz«, in: Pias u.a. (Hg.): <em>Kursbuch Medienkultur</em>, S. 507.</div>
<p>Kittler rekonstruiert anhand dieser Nächte eine technische Entwicklung, die den Menschen als Beobachter überflüssig macht und alle Datenverarbeitung an Technik überantwortet – auch das  sogenannte ›Denken‹. Denn im Gegensatz zur älteren (analogen) Medientechnik kann Computertechnologie Informationen nicht nur speichern und übertragen. Sie bringt auch selber Informationen hervor. Die Idee vom Menschen als alleinige Datenquelle ist somit überholt; das ›Subjekt‹ Hegel&#8217;scher Zeiten gehört der Vergangenheit an. Weshalb die Zukunft nach Kittler der künstlichen Intelligenz gehört, weiss Chatbot ›Milli‹. Das Programm nimmt die Nachrichten seiner Benutzer entgegen und antwortet darauf scheinbar logisch.  Es kann nämlich die Muster der eingegebenen Sätze untersuchen und auf Schlagworte prüfen. Aber denkt Milli deswegen?<br />
Chatbot Milli bietet die Möglichkeit, diesen Fragen auf den Grund zu gehen oder weitere interessante Informationen über Friedrich Kittler und »Die Nacht der Substanz« zu erfahren – und zwar rund um die Uhr. Denn ein Computer braucht keinen Schlaf.</p>
<div style="background-image: url(http://www.aldinator.de/Bot/MonitorKuh.gif); width: 506px; height: 575px;">
<form accept-charset="UNKNOWN" enctype="application/x-www-form-urlencoded" method="get">
<div style="padding-left: 69px;padding-top: 73px;"><textarea style="width: 369px; height: 225px; color: #ffffff; background-color: #000000;" cols="50" rows="10" name="Chat_output"></textarea></p>
<input style="background-color:#000000;color:#E7E7E7;" maxlength="150" name="Eingabe" size="47" type="text" />
<input style="background-color:#E7E7E7;" onclick="sendChatMessage()" size="20" type="button" value="Senden" /></div>
</form>
</div>
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		<title>Ich denke Bild, wenn ich Wort höre.</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 20:10:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Apel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[de certeau]]></category>
		<category><![CDATA[konsument]]></category>
		<category><![CDATA[zweckentfremdung]]></category>

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		<description><![CDATA[Menschen nutzen Dinge jenseits ihrer ursprünglich angedachten Funktion. Sie entfremden und schaffen dadurch Neues. Der vorgegebene Zweck tritt in den Hintergrund und man selbst trägt zu einer sekundären Produktion bei.
Der französische Soziologe, Historiker und Kulturphilosoph Michel de Certeau setzt sich in seinem Werk »Die Kunst des Handelns« unter anderem mit diesem Phänomen auseinander. Er ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen nutzen Dinge jenseits ihrer ursprünglich angedachten Funktion. Sie entfremden und schaffen dadurch Neues. Der vorgegebene Zweck tritt in den Hintergrund und man selbst trägt zu einer sekundären Produktion bei.</p>
<p>Der französische Soziologe, Historiker und Kulturphilosoph Michel de Certeau setzt sich in seinem Werk »Die Kunst des Handelns« unter anderem mit diesem Phänomen auseinander. Er ist der Meinung, dass jedes Individuum anders wahrnehme, d.h. dass die vorgegebene Codierung von jedem anders decodiert wird.<br />
<span id="more-1775"></span><br />
Entgegen vielen anderen Ansätzen wehrt er sich damit gegen die Auffassung, der Mensch sei ein passiver Konsument und reflektiere weder das Konsumierte, noch sein eigenes Konsumverhalten. De Certeau ist es wichtig zu zeigen, dass diese Zweckentfremdung in jeder Gesellschaftsschicht, jedem Produktionsgebiet, jeder Situation menschlichen Beisammenseins und vor allem auch jeder Altersgruppe stattfindet. De Certeau sieht also jeden Menschen, der seine Umwelt aktiv gestaltet, als Produzenten. Dabei ist natürlich nicht jeder gleich in seiner Vorgehensweise. Zweckentfremdungen sind mittlerweile häufig fest mit Gegenständen verbunden, wie etwa das Handy, das als MP3-Player funktioniert. Viel mit Eigeninitiative hat dies nicht mehr zu tun. Wie viel und wie stark Personen Gegenstände verändern, hängt von der jeweiligen Fantasie und Abstraktionsfähigkeit ab.</p>
<p>Jeder kann instinktiv Dinge anders nutzen. Das würde bedeuten, dass jeder Mensch mit der Gabe geboren wird zweckzuentfremden. Was tun Kinder sobald sie krabbeln können? Werden nicht dort schon Dinge dieser Welt verändert? Individuell, instinktiv genutzt?</p>
<p>Was habt ihr als Kinder gemacht? Mit Kochlöffeln Schlagzeug gespielt? Auf der Plastiktüte jauchzend den Berg runter, wenn alles weiß war? Seid ihr auch Treppengeländer hinuntergerutscht, weil es sonst doch viel zu langweilig gewesen wäre?</p>
<p>Ausgehend von diesen Fragen sind mir viele Situationen in den Kopf gekommen, die mir mein kindliches Verhalten vor Augen geführt haben. Was ich alles zweckentfremdet habe, um ein kleines Stück die Welt der Erwachsenen für mich zu erobern &#8211; wenn auch nur um der Langeweile zu entkommen.</p>
<p>In meiner Arbeit habe ich versucht die Zweckentfremdung in den Mittelpunkt zu stellen.</p>
<p>Mein Ziel war es, von den einzelnen Beispielen der kindlichen Umnutzung, über den Buchstaben, der primär Zeichen und nicht Zeichnung ist, zum Endergebnis Bild zu kommen. Der ursprüngliche Instinkt zur Zweckentfremdung wird visuell dargestellt.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;"><a href="http://gonzo.uni-weimar.de/~luri6864/1.mov">Ich denke Bild, wenn ich Wort höre</a></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;"><span style="color: #551a8b; text-decoration: underline;"><br />
</span></p>
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		</item>
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		<title>Zweckentfremdung von Gegenständen</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 20:07:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rebecca Stoehr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[de certeau]]></category>
		<category><![CDATA[zweckentfremdung]]></category>

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		<description><![CDATA[Jedes Ding hat einen Zweck. Doch kann man diesen Zweck und Sinn, ganz ohne dieses Ding zu fragen,
in einen komplett anderen für uns übertragen.
Wir geben den Dingen einen neuen Sinn und mit Kreativität ist der ursprüngliche Gedanke des Produzenten zwar hin,
doch wir erzielen so den für uns besten Gewinn.

Indem wir den Nutzen selbst neu bestimmen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Ding hat einen Zweck. Doch kann man diesen Zweck und Sinn, ganz ohne dieses Ding zu fragen,<br />
in einen komplett anderen für uns übertragen.</p>
<p>Wir geben den Dingen einen neuen Sinn und mit Kreativität ist der ursprüngliche Gedanke des Produzenten zwar hin,<br />
doch wir erzielen so den für uns besten Gewinn.</p>
<p><span id="more-1376"></span></p>
<p>Indem wir den Nutzen selbst neu bestimmen, können wir uns, wir kleinen Rebellen,<br />
gegen die Macht der Produktion und Industrie stellen.</p>
<p>Laut De Certeau ist „Strategie“ die Nutzungsweise, welche uns das Unternehmen vorschreibt.<br />
„Taktik“ wiederum beschreibt die individuelle Handhabung, welche uns zum Aufstand gegen die hohe Macht der Industrie treibt.</p>
<p>Ist ein Mensch sehr kreativ, und will viel Neues ausprobieren,<br />
wird er sicher intensiv, Gegenstände Individualisieren.</p>
<p>Mit dieser Zweckentfremdung drücken wir unsere Unzufriedenheit aus,<br />
wir äußern Kritik an dem Produkt und machen für uns das Beste draus.</p>
<p>Doch oft findet man gut, was man bei jemand anderem sieht,<br />
macht es nach und das Ende vom Lied:</p>
<p>aus dem Einzelfall ist ein Standart entstanden<br />
und ist fast überall zu finden, bei Kollegen, Freunden oder Verwandten.</p>
<p>Mit so einem Standard man doch auch etwas Individuelles sein kann,<br />
gehört man so doch automatisch einer bestimmten Alters- oder Geschmacks-Gruppe an.</p>
<p>Mein Beispiel dazu, mich bringt die Vorstellung zum Lachen –<br />
Die vornehme Dame würde eine Bierflasche nie mit dem Feuerzeug aufmachen!</p>
<p>Und ob ein Taschentuch hat große Beschwerden,<br />
weil es Angst hat, benutzt zu werden,</p>
<p>ob eine Bierflasche Speichel als ekelhaft empfindet<br />
und ob sie ihrer Pflicht entschwindet,</p>
<p>warum das Taschentuch sich inspiriert beim Bier,<br />
all das seht ihr im Video hier:</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/RaWo_HuZ7f4&amp;hl=de&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/RaWo_HuZ7f4&amp;hl=de&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
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