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	<title>Mediendenken.de &#187; Foerster</title>
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	<description>Medientheorie 3.0</description>
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		<title>Eine Story – viele Versionen</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jan 2009 01:55:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tommy Neuwirth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Foerster]]></category>
		<category><![CDATA[Glasersfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktivismus]]></category>

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		<description><![CDATA[ICH SEHE
Laut dem Physiker und Philosoph Heinz von Foerster ist unsere ›Wirklichkeit‹ eine Konstruktion und jedes Individuum erfindet quasi seine Umwelt. Beim menschlichen Organismus handelt es sich nämlich um ein nahezu geschlossenes System, dessen Oberfläche verhältnismäßig unempfindlich gegenüber Umweltreizen ist, und das um so sensibler auf körpereigene Veränderungen reagiert. Dadurch erhält das System seine Stabilität.
Tatsächlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-family: Arial;">ICH SEHE</span></strong></p>
<p>Laut dem Physiker und Philosoph Heinz von Foerster ist unsere ›Wirklichkeit‹ eine Konstruktion und jedes Individuum erfindet quasi seine Umwelt. Beim menschlichen Organismus handelt es sich nämlich um ein nahezu geschlossenes System, dessen Oberfläche verhältnismäßig unempfindlich gegenüber Umweltreizen ist, und das um so sensibler auf körpereigene Veränderungen reagiert. Dadurch erhält das System seine Stabilität.<br />
Tatsächlich wissen wir also nicht mit Gewissheit, was uns da eigentlich umgibt. Nur merken wir das erst, wenn wir mit einer anderen Sicht der Dinge konfrontiert werden, uns mit Konstruktivisten unterhalten – oder mit Drogen beschäftigten.</p>
<p><span id="more-1533"></span></p>
<p>Und was sehe ich?</p>
<p>Der Chemiker und Autor Albert Hoffmann setzt sich in seinem Buch LSD – Mein Sorgenkind mit dem Problem der subjektiven Wirklichkeitskonstruktion auseinander. Ihm zufolge gibt es keine Wirklichkeit ohne ein erlebendes Subjekt und ohne ein zu erlebendes Äußeres. Die Frage WAS man wirklich sieht, muss demnach lauten, WIE man eine wirklich sieht.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/O5FkGMSAnSY&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/O5FkGMSAnSY&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>(MH)</p>
<p><strong>WIR SEHEN</strong></p>
<p>»Ich sehe was, was du nicht siehst« &#8211; verstehen wir diesen Satz nicht als Aufforderung zu Spiel, sondern als Erkenntnis der eigenen subjektiven Wahrnehmung, befinden wir uns mittendrin im konstruktivistischen Geschehen: Der Philosoph und Kommunikationswissenschaftler Ernst von Glasersfeld ist Mitbegründer des Radikalen Konstruktivismus. Dieser verabschiedet sich zwar vom erkenntnistheoretischen Wunsch eine vom Menschen unabhängige Wirklichkeit erkennen zu können. Dennoch hält er Objektivität für möglich – Interaktion und Reflexion sei Dank. Wir können schließlich unsere Eindrücke abgleichen, den jeweils subjektiven Fokus auf etwas gemeinsam Erlebtes hinterfragen. Und auch die Wiederholbarkeit von Eindrücken macht sie für uns ›wirklicher‹.</p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/8K5X0FTlHDM&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/8K5X0FTlHDM&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p>Und was siehst Du?</p>
<p>Gemeinsam kategorisieren wir die Welt, machen uns Begriffe von dem was um uns herum und in uns geschieht. Wir bestätigen sie oder ordnen sie neu. Man spricht schließlich von ›Viabilität‹, wenn die Wahrnehmungsmodelle sich bewähren.<br />
Objektivität ist somit immer das Ergebnis von Anpassen und Abgleichen und lässt sich nach von Glasersfeld besser mit dem Wort ›Intersubjektivität‹ beschreiben &#8211; das Zusammenspiel unterschiedlicher subjektiver Wahrnehmungsmodelle und deren Übereinkunft.</p>
<p>(TN)</p>
<p><strong>WIR VERSTEHEN</strong></p>
<p>Der Konstruktivismus besagt, dass wir nicht in der Lage sind unsere Wirklichkeit auf andere zu übertragen. Wir können uns zwar mit Hilfe von festgelegten Konventionen wie der Sprache ausdrücken. Nie aber die vollkommene, in ganzem Umfang für uns vorzufindende Wirklichkeit kommunizieren. Denn bevor wir etwas kommunizieren, beobachten, reflektieren, bewerten und interpretieren wir es. Und das gilt auch für alle anderen Massenmedien,  die von individuell beobachtenden, reflektierenden und agierenden Individuen geschaffen wurden.</p>
<p>Verstehst Du was ich sehe?</p>
<p>Nun ist es ja so, dass durchaus nach gesellschaftlichen bzw. kulturellen Konventionen gehandelt wird bzw. Sanktionen vermieden werden. Anders wäre kein Zusammenleben möglich, wie Peter Bichsels »Ein Tisch ist ein Tisch« eindrücklich illustriert: Ein Mann beginnt aus Langeweile und Tristesse die seine Umwelt bezeichnendeb Wörter zu vertauschen. Er benennt alles um. Für ihn ist es ein neues Gefühl von Freiheit. Doch wie sieht es mit seinem sozialen Umfeld aus? Er ist nicht mehr in der Lage mit Hilfe der Sprache zu kommunizieren!</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;">Aber hör selbst:<a title="Collage von Wirklichkeit" href="http://de.youtube.com/watch?v=zc5IShl1o0I&amp;fmt=18" target="_blank"><span style="font-family: Arial;"> Ich höre was, was du nicht hörst.</span></a></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="color: #000000;">(TH)</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>2.1 Ich sehe was, was du nicht siehst</title>
		<link>http://mediendenken.de/2008/06/21-ich-sehe-was-was-du-nicht-siehst/</link>
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		<pubDate>Sun, 01 Jun 2008 17:40:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>nele</dc:creator>
				<category><![CDATA[Das Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Foerster]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktivismus]]></category>

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		<description><![CDATA[- nach konstruktivistischer Spielart
»Die Wolken? Du bist doch bescheuert, es gibt keine roten Wolken!«
»Wohl! Schau doch!«
»Farbenblind bist du! Das ist doch nicht rot!«
»Natürlich ist das &#8230; oh &#8230; äh, aber gerade war es wirklich rot! Ich schwör&#8217;!«
»Maaaaaama, Paul mooogelt!«
Terror auf der Rückbank statt ruhiggestelltem Nachwuchs &#8211; Ich sehe was, was du nicht siehst stiftet grundsätzlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>- nach konstruktivistischer Spielart</h2>
<p>»Die Wolken? Du bist doch bescheuert, es gibt keine roten Wolken!«<br />
»Wohl! Schau doch!«<br />
»Farbenblind bist du! Das ist doch nicht rot!«<br />
»Natürlich ist das &#8230; oh &#8230; äh, aber gerade war es wirklich rot! Ich schwör&#8217;!«<br />
»Maaaaaama, Paul mooogelt!«<br />
Terror auf der Rückbank statt ruhiggestelltem Nachwuchs &#8211; Ich sehe was, was du nicht siehst stiftet grundsätzlich immer Unfrieden!<span id="more-1024"></span> Stets endet das Kinderspiel im Streit und selbst die Erwachsenenwelt plagt dieser klassische Casus Belli. Das Problem, was wir eigentlich sehen oder nicht sehen, wenn wir sehen, beschäftigt nämlich nicht nur einander bemogelnde Mitspieler. Vielmehr schürt die Frage, ob es eine objektiv beobachtbare Umwelt gibt und wie diese erkannt werden kann, seit jeher hitzige Auseinandersetzungen zum Thema Wirklichkeit.</p>
<h3>Ich sehe was</h3>
<p>Erkennen wollen? Die Welt? Ein mildes Lächeln &#8211; mehr auch nicht &#8211; mag der österreichische Physiker und Philosoph Heinz von Foerster (1911-2002) derlei Ambitionen vielleicht gezollt haben. Denn in seiner Version einer Erkenntnistheorie sind wir Erfinder unserer Welt. Erkenntnis entspricht darin Errechnung und unser Weltbild entsteht aus zusammengestückelten Zellerregungszuständen. Gemäß seiner Lehre von der Steuerung und Regelung beobachtender Systeme oder kurz Kybernetik zweiter Ordnung</p>
<div class="bookklammer">Zweiter Ordnung, weil Heinz von Foerster eine Lehre von der Steuerung und Regelung beobachtender Systeme entwirft, d.h., er beobachtet sie beim Beobachten. Die ursprüngliche Kybernetik (von kybernētiké téchnē [griech.]: Steuermannskunst) beobachtet hingegen geschlossene, dynamische Systeme technischer oder natürlicher Art, und zwar im Hinblick auf ihre Steuerungs- und Regulierungsprozesse sowie ihre Informationsaufnahme und -verarbeitung.</div>
<p>wissen wir ausgesprochen wenig von dem, was wir da ›wahrnehmen‹.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch <a href="http://mediendenken.de/buch/">Was mit Medien. Theorie in 15 Sachgeschichten</a>.</p>
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