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	<title>Mediendenken.de &#187; Einführungskurs</title>
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	<description>Medientheorie 3.0</description>
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		<title>Kochen mit Foucault</title>
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		<pubDate>Tue, 20 Jan 2009 22:08:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Maximilian Zwiener</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Apriori]]></category>
		<category><![CDATA[Archäologie des Wissens]]></category>
		<category><![CDATA[Diskursanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[Foucault]]></category>

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		<description><![CDATA[Viele kennen den französischen Philosoph Michel Foucault für Werke wie Archäologie des Wissens, Die Ordnung der Dinge oder Wahnsinn und Gesellschaft. Aber nur wenige wissen von Foucaults Leidenschaft für das Kochen. Tatsächlich servierte er in seiner wöchentlich ausgestrahlten Show Kochen mit Foucault jedoch philosophische, psychologische sowie soziologische Raffinessen, gewürzt mit neuartigen Denkansätzen.Besonders kompliziert ist das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Viele kennen den französischen Philosoph Michel Foucault für Werke wie <em>Archäologie des Wissens</em>, <em>Die Ordnung der Dinge</em> oder <em>Wahnsinn und Gesellschaft</em>. Aber nur wenige wissen von Foucaults Leidenschaft für das Kochen. Tatsächlich servierte er in seiner wöchentlich ausgestrahlten Show <em>Kochen mit Foucault</em> jedoch philosophische, psychologische sowie soziologische Raffinessen, gewürzt mit neuartigen Denkansätzen.<span id="more-1268"></span>Besonders kompliziert ist das Rezept für Wissenschaften, da Wissen einer besonders aufwendigen Zubereitung bedarf. Der Grund dafür ist vor allem, dass man es bei der diskursiven Praxis mit schwer fassbaren Zutaten wie zum Beispiel dem ›historischen Apriori‹ zu tun hat. Und das kann man nicht ohne Weiteres mit anderen Ingredienzien in einem Topf vermischen. Vielmehr muss man sich erst einmal vor Augen halten, was es damit überhaupt auf sich hat – nämlich ein Bündel von Bedingungen, das vor jedem Kochprozess steht und die Produktauswahl beeinflusst.<br />
Foucault kreierte mit seiner Diskursanalyse eine bis heute bedeutende Herangehensweise, denn es steht nicht mehr im Mittelpunkt, was in den Topf kommt, sondern unter welchen Bedingungen es dazu gekommen ist. Man nehme also mehrere unterschiedliche Aussagen, sortiere diese nach bestimmten Kriterien (z.B. Aussageabsicht, Thema, Wortwahl…) zu diskursiven Formationen und verdichte diese wiederum zu einem Diskurs mit typischem Geschmack. Diese sogenannte ›Positivität‹ eines Diskurses wird vom ›historischen Apriori‹ vorgegeben, das allen Aussagen vorausgeht. Anschließend füge man dem Diskurs noch weitere Diskurse hinzu, sodass man ein sämiges Archiv erhält. Damit meint Foucault das übergeordnete System, welches Aussagen als Ereignisse definiert, die unter bestimmten Umständen überhaupt erst entstehen können. Am Ende der diskursiven Praxis erhält man schmackhaftes Wissen. Garniert und fein angerichtet ergibt sich daraus die Wissenschaft. Zum Nachkochen empfiehlt sich übrigens der Mitschnitt aus »Kochen mit Foucault«.</p>
<p>Guten Appetit!</p>
<div><a href="http://de.youtube.com/watch?v=M2vfyAE-Ko8"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-1374" title="Kochen mit Foucault auf YouTube" src="http://assets.mediendenken.de/uploads/2008/11/screenshot2-170x150.jpg" alt="" width="170" height="150" /></a></div>
<div><span style="font-size: small; font-family: Andale Sans;"><span style="font-size: 12pt; font-family: &quot;Andale Sans&quot;; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-ansi-language: DE; mso-bidi-font-family: 'Times New Roman'; mso-fareast-language: DE; mso-bidi-language: AR-SA;"> </span></span></div>
<div><a href="http://de.youtube.com/watch?v=M2vfyAE-Ko8"></a></div>
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		<title>Eine Story – viele Versionen</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Jan 2009 01:55:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tommy Neuwirth</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Foerster]]></category>
		<category><![CDATA[Glasersfeld]]></category>
		<category><![CDATA[Konstruktivismus]]></category>

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		<description><![CDATA[ICH SEHE
Laut dem Physiker und Philosoph Heinz von Foerster ist unsere ›Wirklichkeit‹ eine Konstruktion und jedes Individuum erfindet quasi seine Umwelt. Beim menschlichen Organismus handelt es sich nämlich um ein nahezu geschlossenes System, dessen Oberfläche verhältnismäßig unempfindlich gegenüber Umweltreizen ist, und das um so sensibler auf körpereigene Veränderungen reagiert. Dadurch erhält das System seine Stabilität.
Tatsächlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="font-family: Arial;">ICH SEHE</span></strong></p>
<p>Laut dem Physiker und Philosoph Heinz von Foerster ist unsere ›Wirklichkeit‹ eine Konstruktion und jedes Individuum erfindet quasi seine Umwelt. Beim menschlichen Organismus handelt es sich nämlich um ein nahezu geschlossenes System, dessen Oberfläche verhältnismäßig unempfindlich gegenüber Umweltreizen ist, und das um so sensibler auf körpereigene Veränderungen reagiert. Dadurch erhält das System seine Stabilität.<br />
Tatsächlich wissen wir also nicht mit Gewissheit, was uns da eigentlich umgibt. Nur merken wir das erst, wenn wir mit einer anderen Sicht der Dinge konfrontiert werden, uns mit Konstruktivisten unterhalten – oder mit Drogen beschäftigten.</p>
<p><span id="more-1533"></span></p>
<p>Und was sehe ich?</p>
<p>Der Chemiker und Autor Albert Hoffmann setzt sich in seinem Buch LSD – Mein Sorgenkind mit dem Problem der subjektiven Wirklichkeitskonstruktion auseinander. Ihm zufolge gibt es keine Wirklichkeit ohne ein erlebendes Subjekt und ohne ein zu erlebendes Äußeres. Die Frage WAS man wirklich sieht, muss demnach lauten, WIE man eine wirklich sieht.</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/O5FkGMSAnSY&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/O5FkGMSAnSY&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>(MH)</p>
<p><strong>WIR SEHEN</strong></p>
<p>»Ich sehe was, was du nicht siehst« &#8211; verstehen wir diesen Satz nicht als Aufforderung zu Spiel, sondern als Erkenntnis der eigenen subjektiven Wahrnehmung, befinden wir uns mittendrin im konstruktivistischen Geschehen: Der Philosoph und Kommunikationswissenschaftler Ernst von Glasersfeld ist Mitbegründer des Radikalen Konstruktivismus. Dieser verabschiedet sich zwar vom erkenntnistheoretischen Wunsch eine vom Menschen unabhängige Wirklichkeit erkennen zu können. Dennoch hält er Objektivität für möglich – Interaktion und Reflexion sei Dank. Wir können schließlich unsere Eindrücke abgleichen, den jeweils subjektiven Fokus auf etwas gemeinsam Erlebtes hinterfragen. Und auch die Wiederholbarkeit von Eindrücken macht sie für uns ›wirklicher‹.</p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/8K5X0FTlHDM&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/8K5X0FTlHDM&amp;hl=de&amp;fs=1&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="font-family: Arial;"> </span></p>
<p>Und was siehst Du?</p>
<p>Gemeinsam kategorisieren wir die Welt, machen uns Begriffe von dem was um uns herum und in uns geschieht. Wir bestätigen sie oder ordnen sie neu. Man spricht schließlich von ›Viabilität‹, wenn die Wahrnehmungsmodelle sich bewähren.<br />
Objektivität ist somit immer das Ergebnis von Anpassen und Abgleichen und lässt sich nach von Glasersfeld besser mit dem Wort ›Intersubjektivität‹ beschreiben &#8211; das Zusammenspiel unterschiedlicher subjektiver Wahrnehmungsmodelle und deren Übereinkunft.</p>
<p>(TN)</p>
<p><strong>WIR VERSTEHEN</strong></p>
<p>Der Konstruktivismus besagt, dass wir nicht in der Lage sind unsere Wirklichkeit auf andere zu übertragen. Wir können uns zwar mit Hilfe von festgelegten Konventionen wie der Sprache ausdrücken. Nie aber die vollkommene, in ganzem Umfang für uns vorzufindende Wirklichkeit kommunizieren. Denn bevor wir etwas kommunizieren, beobachten, reflektieren, bewerten und interpretieren wir es. Und das gilt auch für alle anderen Massenmedien,  die von individuell beobachtenden, reflektierenden und agierenden Individuen geschaffen wurden.</p>
<p>Verstehst Du was ich sehe?</p>
<p>Nun ist es ja so, dass durchaus nach gesellschaftlichen bzw. kulturellen Konventionen gehandelt wird bzw. Sanktionen vermieden werden. Anders wäre kein Zusammenleben möglich, wie Peter Bichsels »Ein Tisch ist ein Tisch« eindrücklich illustriert: Ein Mann beginnt aus Langeweile und Tristesse die seine Umwelt bezeichnendeb Wörter zu vertauschen. Er benennt alles um. Für ihn ist es ein neues Gefühl von Freiheit. Doch wie sieht es mit seinem sozialen Umfeld aus? Er ist nicht mehr in der Lage mit Hilfe der Sprache zu kommunizieren!</p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;">Aber hör selbst:<a title="Collage von Wirklichkeit" href="http://de.youtube.com/watch?v=zc5IShl1o0I&amp;fmt=18" target="_blank"><span style="font-family: Arial;"> Ich höre was, was du nicht hörst.</span></a></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify; line-height: 150%;"><span style="color: #000000;">(TH)</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>In der Nacht sind alle Kühe schwarz</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 20:45:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Janina Bahlmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Medientheoretiker Friedrich Kittler (*1943) beschäftigt sich vornehmlich mit Medientechnik und der Manipulation von Information. Denn laut Kittler ist alles, was Informationen verarbeitet, speichert und überträgt, ein Medium.
In seinem Aufsatz »Die Nacht der Substanz« beschreibt Kittler vier Nächte der europäischen Geschichte und vier Etappen der Datenverarbeitung. Es handelt sich dabei um Nächte von solcher Finsternis, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Medientheoretiker Friedrich Kittler (*1943) beschäftigt sich vornehmlich mit Medientechnik und der Manipulation von Information. Denn laut Kittler ist alles, was Informationen verarbeitet, speichert und überträgt, ein Medium.</p>
<p>In seinem Aufsatz »Die Nacht der Substanz« beschreibt Kittler vier Nächte der europäischen Geschichte und vier Etappen der Datenverarbeitung. Es handelt sich dabei um Nächte von solcher Finsternis, dass  »alle Kühe schwarz sind« und nur mehr Medientechnik Informationen ans Licht zu bringen vermag.</p>
<p><span id="more-1089"></span></p>
<div class="bookzitat">Hegel: <em>Phänomenologie des Geistes</em>, Hamburg 1952, S. 19. nach Kittler: »Die Nacht der Substanz«, in: Pias u.a. (Hg.): <em>Kursbuch Medienkultur</em>, S. 507.</div>
<p>Kittler rekonstruiert anhand dieser Nächte eine technische Entwicklung, die den Menschen als Beobachter überflüssig macht und alle Datenverarbeitung an Technik überantwortet – auch das  sogenannte ›Denken‹. Denn im Gegensatz zur älteren (analogen) Medientechnik kann Computertechnologie Informationen nicht nur speichern und übertragen. Sie bringt auch selber Informationen hervor. Die Idee vom Menschen als alleinige Datenquelle ist somit überholt; das ›Subjekt‹ Hegel&#8217;scher Zeiten gehört der Vergangenheit an. Weshalb die Zukunft nach Kittler der künstlichen Intelligenz gehört, weiss Chatbot ›Milli‹. Das Programm nimmt die Nachrichten seiner Benutzer entgegen und antwortet darauf scheinbar logisch.  Es kann nämlich die Muster der eingegebenen Sätze untersuchen und auf Schlagworte prüfen. Aber denkt Milli deswegen?<br />
Chatbot Milli bietet die Möglichkeit, diesen Fragen auf den Grund zu gehen oder weitere interessante Informationen über Friedrich Kittler und »Die Nacht der Substanz« zu erfahren – und zwar rund um die Uhr. Denn ein Computer braucht keinen Schlaf.</p>
<div style="background-image: url(http://www.aldinator.de/Bot/MonitorKuh.gif); width: 506px; height: 575px;">
<form accept-charset="UNKNOWN" enctype="application/x-www-form-urlencoded" method="get">
<div style="padding-left: 69px;padding-top: 73px;"><textarea style="width: 369px; height: 225px; color: #ffffff; background-color: #000000;" cols="50" rows="10" name="Chat_output"></textarea></p>
<input style="background-color:#000000;color:#E7E7E7;" maxlength="150" name="Eingabe" size="47" type="text" />
<input style="background-color:#E7E7E7;" onclick="sendChatMessage()" size="20" type="button" value="Senden" /></div>
</form>
</div>
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		<title>Ich denke Bild, wenn ich Wort höre.</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 20:10:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Apel</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[de certeau]]></category>
		<category><![CDATA[konsument]]></category>
		<category><![CDATA[zweckentfremdung]]></category>

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		<description><![CDATA[Menschen nutzen Dinge jenseits ihrer ursprünglich angedachten Funktion. Sie entfremden und schaffen dadurch Neues. Der vorgegebene Zweck tritt in den Hintergrund und man selbst trägt zu einer sekundären Produktion bei.
Der französische Soziologe, Historiker und Kulturphilosoph Michel de Certeau setzt sich in seinem Werk »Die Kunst des Handelns« unter anderem mit diesem Phänomen auseinander. Er ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Menschen nutzen Dinge jenseits ihrer ursprünglich angedachten Funktion. Sie entfremden und schaffen dadurch Neues. Der vorgegebene Zweck tritt in den Hintergrund und man selbst trägt zu einer sekundären Produktion bei.</p>
<p>Der französische Soziologe, Historiker und Kulturphilosoph Michel de Certeau setzt sich in seinem Werk »Die Kunst des Handelns« unter anderem mit diesem Phänomen auseinander. Er ist der Meinung, dass jedes Individuum anders wahrnehme, d.h. dass die vorgegebene Codierung von jedem anders decodiert wird.<br />
<span id="more-1775"></span><br />
Entgegen vielen anderen Ansätzen wehrt er sich damit gegen die Auffassung, der Mensch sei ein passiver Konsument und reflektiere weder das Konsumierte, noch sein eigenes Konsumverhalten. De Certeau ist es wichtig zu zeigen, dass diese Zweckentfremdung in jeder Gesellschaftsschicht, jedem Produktionsgebiet, jeder Situation menschlichen Beisammenseins und vor allem auch jeder Altersgruppe stattfindet. De Certeau sieht also jeden Menschen, der seine Umwelt aktiv gestaltet, als Produzenten. Dabei ist natürlich nicht jeder gleich in seiner Vorgehensweise. Zweckentfremdungen sind mittlerweile häufig fest mit Gegenständen verbunden, wie etwa das Handy, das als MP3-Player funktioniert. Viel mit Eigeninitiative hat dies nicht mehr zu tun. Wie viel und wie stark Personen Gegenstände verändern, hängt von der jeweiligen Fantasie und Abstraktionsfähigkeit ab.</p>
<p>Jeder kann instinktiv Dinge anders nutzen. Das würde bedeuten, dass jeder Mensch mit der Gabe geboren wird zweckzuentfremden. Was tun Kinder sobald sie krabbeln können? Werden nicht dort schon Dinge dieser Welt verändert? Individuell, instinktiv genutzt?</p>
<p>Was habt ihr als Kinder gemacht? Mit Kochlöffeln Schlagzeug gespielt? Auf der Plastiktüte jauchzend den Berg runter, wenn alles weiß war? Seid ihr auch Treppengeländer hinuntergerutscht, weil es sonst doch viel zu langweilig gewesen wäre?</p>
<p>Ausgehend von diesen Fragen sind mir viele Situationen in den Kopf gekommen, die mir mein kindliches Verhalten vor Augen geführt haben. Was ich alles zweckentfremdet habe, um ein kleines Stück die Welt der Erwachsenen für mich zu erobern &#8211; wenn auch nur um der Langeweile zu entkommen.</p>
<p>In meiner Arbeit habe ich versucht die Zweckentfremdung in den Mittelpunkt zu stellen.</p>
<p>Mein Ziel war es, von den einzelnen Beispielen der kindlichen Umnutzung, über den Buchstaben, der primär Zeichen und nicht Zeichnung ist, zum Endergebnis Bild zu kommen. Der ursprüngliche Instinkt zur Zweckentfremdung wird visuell dargestellt.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;"><a href="http://gonzo.uni-weimar.de/~luri6864/1.mov">Ich denke Bild, wenn ich Wort höre</a></p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;"><span style="color: #551a8b; text-decoration: underline;"><br />
</span></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Zweckentfremdung von Gegenständen</title>
		<link>http://mediendenken.de/2009/01/zweckentfremdung-von-gegenstanden/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 20:07:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rebecca Stoehr</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[de certeau]]></category>
		<category><![CDATA[zweckentfremdung]]></category>

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		<description><![CDATA[Jedes Ding hat einen Zweck. Doch kann man diesen Zweck und Sinn, ganz ohne dieses Ding zu fragen,
in einen komplett anderen für uns übertragen.
Wir geben den Dingen einen neuen Sinn und mit Kreativität ist der ursprüngliche Gedanke des Produzenten zwar hin,
doch wir erzielen so den für uns besten Gewinn.

Indem wir den Nutzen selbst neu bestimmen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jedes Ding hat einen Zweck. Doch kann man diesen Zweck und Sinn, ganz ohne dieses Ding zu fragen,<br />
in einen komplett anderen für uns übertragen.</p>
<p>Wir geben den Dingen einen neuen Sinn und mit Kreativität ist der ursprüngliche Gedanke des Produzenten zwar hin,<br />
doch wir erzielen so den für uns besten Gewinn.</p>
<p><span id="more-1376"></span></p>
<p>Indem wir den Nutzen selbst neu bestimmen, können wir uns, wir kleinen Rebellen,<br />
gegen die Macht der Produktion und Industrie stellen.</p>
<p>Laut De Certeau ist „Strategie“ die Nutzungsweise, welche uns das Unternehmen vorschreibt.<br />
„Taktik“ wiederum beschreibt die individuelle Handhabung, welche uns zum Aufstand gegen die hohe Macht der Industrie treibt.</p>
<p>Ist ein Mensch sehr kreativ, und will viel Neues ausprobieren,<br />
wird er sicher intensiv, Gegenstände Individualisieren.</p>
<p>Mit dieser Zweckentfremdung drücken wir unsere Unzufriedenheit aus,<br />
wir äußern Kritik an dem Produkt und machen für uns das Beste draus.</p>
<p>Doch oft findet man gut, was man bei jemand anderem sieht,<br />
macht es nach und das Ende vom Lied:</p>
<p>aus dem Einzelfall ist ein Standart entstanden<br />
und ist fast überall zu finden, bei Kollegen, Freunden oder Verwandten.</p>
<p>Mit so einem Standard man doch auch etwas Individuelles sein kann,<br />
gehört man so doch automatisch einer bestimmten Alters- oder Geschmacks-Gruppe an.</p>
<p>Mein Beispiel dazu, mich bringt die Vorstellung zum Lachen –<br />
Die vornehme Dame würde eine Bierflasche nie mit dem Feuerzeug aufmachen!</p>
<p>Und ob ein Taschentuch hat große Beschwerden,<br />
weil es Angst hat, benutzt zu werden,</p>
<p>ob eine Bierflasche Speichel als ekelhaft empfindet<br />
und ob sie ihrer Pflicht entschwindet,</p>
<p>warum das Taschentuch sich inspiriert beim Bier,<br />
all das seht ihr im Video hier:</p>
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">
<p class="MsoNormal" style="line-height: 150%;">
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/RaWo_HuZ7f4&amp;hl=de&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/RaWo_HuZ7f4&amp;hl=de&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Platonische Evolution</title>
		<link>http://mediendenken.de/2009/01/platonische-evolution/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 19:42:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Thiemar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Platon]]></category>
		<category><![CDATA[schrift]]></category>
		<category><![CDATA[schrift-skepsis]]></category>

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		<description><![CDATA[Als Philosoph und einer der populärsten Schrift-Skeptiker überhaupt traute Platon (* Athen 427 v. Chr. &#8211; † Athen 347 v. Chr.) der Schrift lediglich eine Notizfunktion für die eigenen Gedanken zu. In seinem Werk Phaidros setzt er sich mit dieser Thematik auseinander.
Eine Schrift könne niemals einen Lehrer ersetzen, der uns &#8211; im Gegensatz zu den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p align="justify">Als Philosoph und einer der populärsten Schrift-Skeptiker überhaupt traute <em>Platon</em> (* Athen 427 v. Chr. &#8211; † Athen 347 v. Chr.) der Schrift lediglich eine Notizfunktion für die eigenen Gedanken zu. In seinem Werk <em>Phaidros</em> setzt er sich mit dieser Thematik auseinander.</p>
<p align="justify">Eine Schrift könne niemals einen Lehrer ersetzen, der uns &#8211; im Gegensatz zu den starren Zeichen &#8211; Rede und Antwort stehen kann, findet <em>Platon</em>. Genauso wenig kann sich Niedergeschriebenes gegen falsche Auslegung wehren oder zusätzliche Informationen geben.</p>
<p align="justify"><span id="more-1415"></span></p>
<p align="justify">Außerdem bemängelte <em>Platon</em>, dass die Schrift &#8211; getarnt als vermeintliche Gedächtnisstütze &#8211; die Seele ins Vergessen treibe, das Gedächtnis verkümmere durch sie.<br />
Wer kennt das nicht? Das Gehirn wird immer mehr von gedächtnisstützenden Post-its oder auch von digitalen (Hand)Helden &#8220;unterstützt&#8221;. Endzeitstimmung im Sinne <em>Platons</em>.</p>
<p align="justify">Wenn <em>Platon</em> aber der Ansicht war, dass die Schrift niemals als Quelle der Erkenntnis dienen dürfe, da notwendige Informationen unter Umständen fehlen oder missverstanden würden, wie konnte er dann in <a href="http://www.opera-platonis.de">seinen Werken</a> seine Thesen verbreiten?<br />
Den größtmöglichen Kompromiss, den <em>Platon</em> einzugehen bereit war, ist das Verfassen seiner Schriften in Dialogform. So kam es nicht selten vor, dass er in seinen Schriften seinen Lehrer <em>Sokrates</em> mit verschiedenen Dialogpartnern philosophische Gespräche führen und so dem Leser das höchstmögliche Maß an Informationen zukommen ließ.</p>
<p align="justify">Der Animationsfilm <em>Platonische Evolution</em> visualisiert im dokumentarischen Stil <em>Platons</em> Theorie über die Verwendung der Schrift. Dabei steht der künstlerische Aspekt im Vordergrund und bietet viel Freiraum für eigene Interpretationen.</p>
<p align="justify">
<p style="text-align: center;"><object width="400" height="225" data="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=2365996&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=0&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=36cc00&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=2365996&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=0&amp;show_byline=0&amp;show_portrait=0&amp;color=36cc00&amp;fullscreen=1" /></object></p>
<p align="justify">
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Heute schon verwiesen?</title>
		<link>http://mediendenken.de/2009/01/heute-schon-verwiesen/</link>
		<comments>http://mediendenken.de/2009/01/heute-schon-verwiesen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 19:35:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Clemens Beier</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[derrida]]></category>
		<category><![CDATA[schrift]]></category>
		<category><![CDATA[spur]]></category>

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		<description><![CDATA[Jacques Derridas Begriff der Schrift
Um den Einstieg in die Welt Jacques Derridas zu erleichtern hier ein kurzer Chrashkurs:






Jacques Derrida &#8211; Crashkurs from ozean studios on Vimeo.
Zusammenfassend ist zu sagen:
Jacques Derridas Ansicht zu Folge ist es schlichtweg nicht möglich einen Begriff dauerhaft an eine Bedeutung zu binden. Diese Bindung (auch Verstehensprozess, Sinnbildung) findet stets temporär und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jacques Derridas Begriff der Schrift</p>
<p>Um den Einstieg in die Welt Jacques Derridas zu erleichtern hier ein kurzer Chrashkurs:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;"><span style="font-family: Times New Roman,serif;"><span style="font-size: medium;"><span id="more-1652"></span><br />
</span></span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;">
<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;">
<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;">
<p><object width="400" height="300" data="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=2364601&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=2364601&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=&amp;fullscreen=1" /></object><br />
<a href="http://vimeo.com/2364601">Jacques Derrida &#8211; Crashkurs</a> from <a href="http://vimeo.com/user979358">ozean studios</a> on <a href="http://vimeo.com">Vimeo</a>.</p>
<p>Zusammenfassend ist zu sagen:</p>
<p>Jacques Derridas Ansicht zu Folge ist es schlichtweg nicht möglich einen Begriff dauerhaft an eine Bedeutung zu binden. Diese Bindung (auch Verstehensprozess, Sinnbildung) findet stets temporär und subjektiv während des direkten Gebrauchs statt, also im Sprechen oder Schreiben. Bei jedem Gebrauch erfährt der genutzte Begriff eine Aktualisierung.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm; line-height: 150%;">
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		<title>Medien-Shooter</title>
		<link>http://mediendenken.de/2009/01/medien-shooter/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 19:10:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Claudia Heinze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[Medienbegriff]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die Meisten denken bei Medien wahrscheinlich spontan an Zeitung, Fernsehen oder Radio und dass sie gerne auch was mit Medien machen würden. Bei genauerer Betrachtung wird aber schnell klar, warum sich der Begriff ›Medien‹ nicht einfach auf eine konkrete Sache reduzieren lässt, wie Repräsentationsformen, Symboliken oder Techniken: Vom lateinischen Wortursprung ausgehend bedeutet medium soviel wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><!--StartFragment--></p>
<p>Die Meisten denken bei Medien wahrscheinlich spontan an Zeitung, Fernsehen oder Radio und dass sie gerne auch was mit Medien machen würden. Bei genauerer Betrachtung wird aber schnell klar, warum sich der Begriff ›Medien‹ nicht einfach auf eine konkrete Sache reduzieren lässt, wie Repräsentationsformen, Symboliken oder Techniken: <span id="more-1152"></span>Vom lateinischen Wortursprung ausgehend bedeutet medium soviel wie ›Mitte‹. Medien sind also zunächst einmal Vermittler, etwas das auf irgendeine Art und Weise lesbar, hörbar, sichtbar macht, wobei es selber hinter dem Vermittelten zurücktritt – und das kann auf ganz unterschiedliche Weisen passieren. Deswegen erklären Lorenz Engell und Joseph Vogl im Kursbuch Medienkultur, dass »ein erstes medientheoretisches Axiom lauten [könnte], daß es keine Medien gibt, keine Medien jedenfalls in einem substanziellen und historisch stabilen Sinn«.</p>
<div class="bookzitat">(Engell/Vogl: »Vorwort«, in: Pias u.a. (Hg.), <em>Kursbuch Medienkultur</em>, Stuttgart 1999, S. 8-11.)</div>
<p>Jedenfalls haben schon die verschiedensten Medientheoretiker versucht engere Definition für den Begriff des Mediums zu finden, aber bis heute herrscht diesbezüglich kein Konsens. Für Marshall McLuhan handelt es sich bei Artefakten wie Axt und Rad um Medien, nach Fritz Heider funktionieren etwa Luft und Wasser als Medien, bei Talcott Parsons oder Niklas Luhmann sind sogar Liebe oder Geld Medien usw.  <a title="Und was ist für dich ein Medium?!" href="http://www.1webspace.biz/zecla/medien-shooter/medien-shooter.html" target="_blank">Aber was ist für dich ein Medium?!</a></p>
<p><a href="http://www.1webspace.biz/zecla/medien-shooter/medien-shooter.html"><img class="alignnone size-medium wp-image-1249" title="screenshot" src="http://assets.mediendenken.de/uploads/2008/11/screenshot.png" alt="" width="549" height="400" /></a></p>
<p><!--EndFragment--></p>
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		<title>Sigmund Freud:</title>
		<link>http://mediendenken.de/2009/01/sigmund-freud/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 19:09:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Johann Niegl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[erinnerung]]></category>
		<category><![CDATA[Freud]]></category>
		<category><![CDATA[gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[schrift]]></category>
		<category><![CDATA[spur]]></category>
		<category><![CDATA[wunderblock]]></category>

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		<description><![CDATA[
Neffe Schlomo zeigt seinem Onkel voller Stolz sein neues Spielzeug, einen Wunderblock (Zaubertafel). Doch Onkel Sigismunds Interesse wird erst geweckt, als er merkt, dass sich der Block gut für seine eigenen Zwecke mißbrauchen lässt. In seiner Euphorie geht er eindeutig zu weit &#8230;



&#8230; Das hatte Schlomo nicht erwartet. Warum ist sein Onkel nur so begeistert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" title="Sigismund und Schlomo" src="http://i144.photobucket.com/albums/r190/jbgn/Freud-Animation.gif" alt="" width="387" height="309" /></p>
<p><span>Neffe Schlomo zeigt seinem Onkel voller Stolz sein neues Spielzeug, einen Wunderblock (Zaubertafel). Doch Onkel Sigismunds Interesse wird erst geweckt, als er merkt, dass sich der Block gut für seine eigenen Zwecke mißbrauchen lässt. In seiner Euphorie geht er eindeutig zu weit &#8230;</span></p>
<p><span><span id="more-1146"></span><br />
</span></p>
<div style="font-size: 11px;"><object width="100%" height="81" data="http://player.soundcloud.com/player.swf?track=wunderblock-horspiel" type="application/x-shockwave-flash"><param name="wmode" value="transparent" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://player.soundcloud.com/player.swf?track=wunderblock-horspiel" /></object></div>
<p><span>&#8230; Das hatte Schlomo nicht erwartet. Warum ist sein Onkel nur so begeistert von seinem neuen Spielzeug?</span></p>
<p>Sigmund Freud erläuterte seine Theorien oft anhand technischer Errungenschaften seiner Zeit. Im Wunderblock fand er ein geeignetes Objekt zur Veranschaulichung seiner Theorie zur Funktionsweise des menschlichen Gedächtnisapparates. Dies erläutert er in der „Notiz über den Wunderblock“ [in: Internat. Zschr. Psychoanal., Bd.11 (1925), S.1-5].</p>
<p>Ein Wunderblock (heute auch unter dem Namen „Zaubertafel“ bekannt) ist ein Kinderspielzeug in Form einer kleinen Tafel. Er besteht aus einer wachsartigen Schicht, die von einer Folie bedeckt wird. Auf der Folie kann geschrieben oder gezeichnet werden. Man benötigt dazu nicht einmal einen Stift, denn die Zeichen entstehen durch den Kontakt zwischen der Folie und der darunter liegenden Wachsschicht. Wird dieser Kontakt durch Abheben der Folie wieder gelöst, verschwinden die Zeichen und der Wunderblock kann von neuem beschrieben werden.</p>
<p><span><span> Welchen Zusammenhang (Analogie) sieht Freud zwischen Wunderblock und dem menschlichen Gedächtnis?</span></span></p>
<p>Nach Freud hat das menschliche Gedächtnis zwei Eigenschaften:</p>
<p>Es kann (1) sowohl unbegrenzt Informationen aufnehmen als auch (2) Informationen für unbegrenzte Zeit speichern.</p>
<p><span>In unserer Erfahrungswelt gibt es dagegen vorrangig Mechanismen, die nur eine der beiden Aufgaben beherrschen: Eine Schiefertafel z.B. kann unbegrenzt Informationen aufnehmen, da sie beliebig oft beschrieben werden kann. Da es aber notwendig ist, Informationen zu löschen, bevor Neues aufgenommen werden kann, können die Informationen nur für begrenzte Zeit gespeichert werden.</span></p>
<p><span>Beschreibt man hingegen ein Blatt Papier mit Tinte, bleiben die gespeicherten Informationen auf unbestimmte Zeit erhalten. Allerdings ist das Blatt bald voll geschrieben. Es kann keine Informationen mehr aufnehmen, ist nur begrenzt aufnahmefähig.</span></p>
<p>Freud beobachtete, dass der Wunderblock besondere Eigenschaft hat: Er ist unbegrenzt aufnahmefähig, weil er nach jedem Löschen wieder neu beschrieben werden kann. Und er speichert gewisse Informationen auf unbegrenzte Zeit. Das war es, was Freuds Aufmerksamkeit erregte. Er bemerkte, dass alles, was auf die Folienschicht geschrieben wurde, auch auf der darunterliegenden Wachstafel zumindest Spuren hinterlässt. Diese Spuren &#8211; in Form von Abdrücken und Kratzern &#8211; bleiben auch dann erhalten, nachdem die Oberfläche gelöscht wurde.</p>
<p>Ein Modell für die Arbeitsweise des menschlichen Gedächtnisses</p>
<p>Sigmund Freud hatte schon früher (in den <em>Traumdeutungen</em> von 1900) eine Theorie zur Arbeitsweise des menschlichen Gedächtnisses entwickelt. Darin unterteilte er den Gedächtnisapparat in verschiedene Systeme. Das System-Wahrnehmungsbewusstsein (System W-Bw), das alle von außen eintreffenden Informationen aufnimmt, und das Erinnerungssystem, in dem ausgewählte Informationen aus dem System W-Bw langfristig gespeichert werden.</p>
<p>Diese beiden Systeme glaubte Freud beim Wunderblock modellhaft wiederfinden zu können: Das System W-Bw verglich er mit der wiederbeschreibbaren Folie, denn beide haben die Eigenschaft unbegrenzte Mengen an Informationen aufnehmen zu können. Das Erinnerungssystem verglich er mit der Wachstafel, auf der nach jedem Schreib- Löschvorgang gewisse Spuren, Kratzer und Abdrücke vom Geschriebenen zurückbleiben.</p>
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		<title>Unterricht mit Professor Dr. Schnabel</title>
		<link>http://mediendenken.de/2009/01/unterricht-mit-professor-dr-schnabel/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 19:04:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Krebs</dc:creator>
				<category><![CDATA[Einführungskurs]]></category>
		<category><![CDATA[De Saussure]]></category>
		<category><![CDATA[semiologie]]></category>
		<category><![CDATA[signifikant]]></category>
		<category><![CDATA[signifikat]]></category>
		<category><![CDATA[sprache]]></category>
		<category><![CDATA[zeichen]]></category>

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		<description><![CDATA[Einführung in die Zeichentheorie

Der Genfer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure (1857-1913) gilt als Begründer der modernen Linguistik (Wissenschaft von den sprachlichen Zeichen). Überwiegend hat er sich mit der inneren Sprachwissenschaft auseinandergesetzt. Er entwickelte eine vollständig neue Herangehensweise an Sprache und verstand diese als ein System von Zeichen, das sich als Aufgabe stellt zu untersuchen, wie dieses [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #000000;"><strong>Einführung in die Zeichentheorie</strong></span></p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/04ZAsHOsTRQ&amp;hl=en&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/04ZAsHOsTRQ&amp;hl=en&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Der Genfer Sprachwissenschaftler Ferdinand de Saussure (1857-1913) gilt als Begründer der modernen Linguistik (Wissenschaft von den sprachlichen Zeichen). Überwiegend hat er sich mit der inneren Sprachwissenschaft auseinandergesetzt. Er entwickelte eine vollständig neue Herangehensweise an Sprache und verstand diese als ein System von Zeichen, das sich als Aufgabe stellt zu untersuchen, wie dieses System aufgebaut ist und nach welchen Regeln Kommunikation funktioniert. Wenn wir einmal wissen, wie Sprachsysteme funktionieren, dann verstehen wir auch, wie Bedeutung entsteht. De Saussure hat wesentliche Anregungen mit seiner Zeichentheorie und seinem Vorschlag für eine allgemeine Theorie der Zeichensysteme für die Semiotik (allgemeine Wissenschaft der Zeichen) des 20. Jahrhunderts gegeben, für den er den Begriff der Semiologie einführte.</p>
<p><span id="more-1381"></span></p>
<p>Den Ausgangspunkt für de Saussures Überlegungen bildet der Kreislauf des Sprechens, auf den im Video näher eingegangen wird. Mit Hilfe von Zeichen können wir kommunizieren und uns verständigen. Dabei vermittelt einer einem anderen durch ein oder mehrere Zeichen Informationen über einen Gegenstand oder Sachverhalt. Ausgangspunkt für diesen Vorgang sind mindestens 2 Personen, die sich miteinander austauschen. Anhand dieses Kreislaufes unterschied de Saussure die physiologischen und physikalischen vom psychischen Gesichtspunkt des Sprechens, der für ihn von besonders großer Bedeutung war.</p>
<p>Wie wir auch im Video beim Kreislauf des Sprechens sehen werden, sind die im sprachlichen Zeichen enthaltenden Bestandteile in unserem Gehirn durch Assoziation eng miteinander verknüpft. Für de Saussure ist das sprachliche Zeichen eine Vereinigung aus einem Lautbild, dem „Signifikant“ (Bezeichnendes), und einer Vorstellung, dem „Signifikat“ (Bezeichnetes). Von frühster Kindheit an lernen wir unbewusst die Beziehung zwischen Lautbild und Vorstellung, die grundlegend für den Bau unserer Sprache sind. Neben der Vorstellung ist das Lautbild nicht der tatsächliche physikalische Laut, sondern der psychische Eindruck dieses Lautes. Als Beispiel nennt de Saussure das rein gedankliche Aufsagen eines Gedichts, ohne die Lippen oder den Mund zu bewegen. Die Vorstellung dagegen bezeichnet vielmehr das mentale Bild, das Konzept, die Idee. Zwischen beiden Teilen besteht eine reziproke Evokation, d.h., dass sie sich gegenseitig ins Gedächtnis rufen können. So löst z.B. die Vorstellung beim Sprecher das Lautbild aus und beim Hörer das Lautbild die Vorstellung. Ein Zeichen entsteht also dann, wenn zwischen diesen beiden eine Beziehung besteht.</p>
<p>De Saussure versuchte mit seinem Zeichenmodell zu beschreiben, wie Menschen durch sprachliche Zeichen miteinander in Kontakt treten.</p>
<p><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/z84A3DCkDto&amp;hl=en&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/z84A3DCkDto&amp;hl=en&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
<p>Das sprachliche Zeichen obliegt gewissen Grundeigenschaften auf die in einem andern Blogeintrag nochmal näher eingegangen wird.</p>
<p>Quellen:</p>
<p>De Saussure, Ferdinand: Grundfragen der allgemeinen Sprachwissenschaft, Berlin 1967</p>
<p>Peter Ernst: Germanistische Sprachwissenschaft, Wien: Facultas(UTB Basics 2541), 2004</p>
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